Der Tag an dem das Wasser kam
Und dabei hatte der Tag so schön angefangen.
Es war der 4. August des Jahres 2006 als der Weltmacht ihre bis dahin wohl schwerste Prüfung bevorstand. In Voerde hatte es bereits seit Stunden geregnet. Die Orgie, die Knut haut Reiner nun schon seit viereinhalb Monaten europaweit feierten, neigte sich gegen spätem Nachmittag allmählich ihrem Ende zu. Ermattete Körper räkelten sich in erschöpfter Ekstatse, und man vernahm nur noch einige wenige Frauen, die es partout nicht wahrhaben wollten und nach mehr schrien.
Ein paar der Member befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Donnerbuchse und arbeiteten an diversen unfassbar genialen Ideen für neue Welthits, als sie plötzlich bemerkten, dass ihre Schritte einen wesentlich nasseren Klang verursachten, als sie es -berühmt für ihren trockenen Humor- sonst taten. Eine Betätigung des Schalters brachte schnell Licht ins Dunkel, denn es war ein Lichtschalter. Der komplette Boden war nass!
Dies aber brachte noch niemanden wirklich aus der der Ruhe. Erst nach einer Weile wurde klar, dass es sich bei der Flüssigkeit nicht um Bier handelte, sondern um eine Art Wasser. "Häh?!" brach endlich einer das Schweigen und öffnete vorsichtig die Buchsentür. Da ergoss sich eine ca. 27 Meter hohe Flutwelle über die Member, die etwa zehn Minuten später missmutig das Proben einstellten und sich über die verschiedenen Flossen und Fluken, die sich im Keller tummelten, erst einmal derbe in die Haare kriegten. "Killerwal!", schrie der eine. "Torfmorelle!", erwiderte ein anderer. Bamm! Eine Stunde Prügelei.
Allmählich hatten sich auch die nicht anwesenden restlichen Member von ihren diversen Lagern erhoben und waren per Privatjet, Spielmanszug, Karnevalswagen und Diebels-Fahrrad in die Buchse geeilt. "Nass trovje", witzelte einer, wurde aber sofort unter großem Juchhu aus der Band geschmissen und am nächsten Baum aufgeknüpft.
Nachdem einige kühle Bierchen aus dem trotz mangelndem Strom wunderbar funktionierenden Kühlschrank gezischt waren, dämmerte es allmählich allen: Die Buchse stand unter Wasser und war somit zu einem beträchtlichen Teil nass. Einzig die Tanzstange ragte noch tapfer aus den Fluten hervor, als wollte sie sagen "Party!".
Nachdem man mit schier übermenschlichen Anstrengungen sämtliches wichtige Gerät ins Trockene geschafft hatte (die Demobänder des lang erwarteten Boygroup-Songs waren unter brüllendem Gelächter im Maul eines Riffhais verschwunden), ging es für die meisten der Member ins Stone, da dieses in dieser Nacht seinen endgültigen Abschied feiern sollte.
Am nächsten Tag zeigte sich dann erst das gesamte Ausmaß der Zerstörung. Fassungslos starrten verkaterte Augen auf den 180.000-Tonnen-Öltanker der sich zentimetertief in die Frontwand der Buchse gebohrt hatte und nun unter Ächzen auf eines der Schlagzeuge zu kippen drohte. Ein grinsender Riesenkalmar hatte es sich im Vorraum bequem gemacht und probte ein beschissenes Bass-Solo. Drei unbekannte Taucher spielten mit Würfelquallen um Golddublonen aus einer der vielen Schatztruhen und vier oder fünf völlig betrunkene Greenpeace-Aktivisten grillten Heuler auf den glühenden Röhren des unkaputtbaren Marshall-Amps.
Geneigten Hauptes verließen die Member diesen traurigen Ort und wandten sich lachend der nächsten Knut-haut-Reiner-Super-Orgie zu.
Umfragen haben ergeben, dass der Regen für die Katastrophe verantwortlich ist. Sachdienliche Hinweise bitte an den Kevin Costner. Als Belohnung winken eine Memberschaft und tausend Robbie Williams-Karten.
Prost.









